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Artikel im Wochenblatt

„Bei Vera Bosdorf stimmt die Chemie“

Am 25. Mai 2016 ist im Wochenblatt ein Artikel über meine Arbeit als Künstlerin für Unikat-Schmuck erschienen.

Ebenso informiert der Artikel über meine Lesezeichen und Geldklammern, die nun auch im Wochenblatt eigenart-Shop erhältlich sind.

Wochenblatt25052016

Ausstellung animiert zum Selbstzeichnen

Stühle zum Anschauen und Selbstzeichnen

Die Ausstellung Annette Ody „Bitte nehmen Sie Platz“ mit Zeichnungen von Stühlen und Sesseln und Aktzeichnungen weist eine Besonderheit auf. Der Besucher kann die Zeichnungen genießen und wird gleichzeitig aufgefordert, selber einen Stuhl zu zeichnen. Das Gästebuch nimmt diesmal keine Kommentare der Besucher auf, sondern Zeichnungen von Stühlen. Einige Besucher orientieren sich dabei an den ausgestellten Zeichnungen. Andere zeichnen Fantasiestühle oder den Fahrradsattel des eigenen Fahrrads vor dem Schaufenster. Viele sagen, dass sie nicht zeichnen können und bringen dennoch kleine Kunstwerke aufs Papier. Einige Zeichnungen bestehen nur aus wenigen Linien und zeigen klar erkennbar einen bestimmten Typus Stuhl. Andere erstellen Konstruktionszeichnungen. Und wiederum andere zeichnen liebevoll kleinste Details oder gar eine ganze Bildgeschichte.

Der Kunstbetrachter wird so zum Künstler selbst. Jeder nimmt so eine andere Perspektive ein. Aus einer Einzelausstellung wird durch das Gästebuch eine Gemeinschaftsausstellung.

Am 21. Mai 2015 ist zu dieser Besonderheit der Ausstellung ein Artikel in der Landshuter Zeitung erschienen.

Bis zum Abschluß der Ausstellung haben 58 Besucher einen Stuhl gezeichnet. Hier meine beiden Favoriten aus dem „Gästebuch“. Die Zeichner sind mir leider nicht persönlich bekannt.

StuhlA

StuhlB

Portrait in Kunst und Medizin 2013

In der jährlich in Landshut erscheinenden Zeitschrift „Kunst und Medinzin“ ist im August 2013 ein Portrait zu meiner Arbeit erschienen.

KunstUndMedizin2013

Vera Bosdorf. Lockruf des Seeigels, Enthüllungen der Maserknolle

Eine promovierte Chemikerin verbringt ihr Leben damit, Unikat-Schmuck zu fertigen. Nach dem zweiten Blick ist das gar kein Quantensprung. Denn Vera Bosdorf findet ihr Material bevorzugt in der Natur und ihre Wissenschaft ist es, Ausdrucksformen zu erforschen.
Es war doch ein Seeigel, nicht wahr, das Medaillon im Herzen des Colliers? Es sieht so aus, fasst sich aber völlig anders, weich, fast zart an…
Ja, es war ein Seeigel. Ich suche immer nach weiteren Materialien, die ich zu Schmuck verarbeiten kann, da sind mir eines Tages die Kalkskelette der Seeigel untergekommen. Es gibt seltene Arten mit fantastischen Farben – zu hohen Einkaufspreisen übrigens – und eine großartige Herausforderung in der Bearbeitung. Man kann ihnen die Noppen abschleifen. Zwei von dreien zerbrechen allerdings dabei, trotz Fingerspitzenarbeit. Ich stabilisiere sie mit einer Füllung und hinterlege sie mit Fischleder – und ich finde, dass im Endergebnis die Schönheit der Natur noch betont und veredelt ist. Das ist es, was mich in meiner Arbeit interessiert: etwas sehen und es sichtbar machen. Der Preis des Ausgangsmaterials spielt keine Rolle – es gibt zum Beispiel Edelhölzer, die mehr wert sind als Gold, wenn wir die Zeit ihres Wachstums und die Zeit einrechnen, in der aus einer Maserknolle ein Schmuckunikat entsteht. (Anmerkung der Redaktion: Eine Maserknolle ist eine Verwachsung mit auffälliger Maserung, die meist für Möbeldetails oder das Interieur in Luxusautomobilen verarbeitet wird.)
Wie gehen Sie vor? Gibt Ihnen das Holz die Idee oder geben Sie die Richtung an?
Das kann man so nicht beantworten. Ich taste mich heran. Wenn ich von einer Maserknolle die Rinde entferne, sie mit Sägeschnitten teile, dann entsteht etwas. Eine Formation erinnert plötzlich an die Hydrothermalquellen der Tiefsee, so ist die Anhängerserie „Schwarzer Raucher“ und Weißer Raucher“ entstanden. Wichtig ist mir das Zusammenspiel des organisch Gewachsenen mit der bearbeiteten Oberfläche. Wenn ich Blattgold auflege wie bei der „Gold-Bruch-Schokolade“, ist es so hauchfein, dass die natürliche Struktur übernommen, besser noch betont wiedergegeben wird. Holz ist ein wunderbarer Werkstoff, es ist ein Reichtum ganz subtiler Art. Meine Kunden sind Menschen, die das sehen und fühlen können. Da entstehen immer wieder besondere Beziehungen. Eine zauberhafte Zuneigung ist einem meiner Kreuze geschehen. Die Mutter eines Kommunionskindes hat mir erzählt, dass ihre Tochter unter den vielen geschenkten Kreuzen aus Edelmetall mein Edelholzkreuz am liebsten trägt. Ich denke, dass das auch daran liegt, dass meine Arbeiten ausstrahlen, wie lange ich mich beharrlich mit ihnen beschäftige. Für mich ist eine Oberfläche erst in Ordnung, wenn keine Bearbeitungsspuren zu erkennen sind.
Wann hat die erfahrene Schmuckkünstlerin ausgelernt?
Ich denke: nie. Als ich die Idee hatte, Altstadthäuser als Anhänger und Ohrschmuck zu arbeiten, musste ich erst eine Technik finden. Ein Zufall hat mich auf das Ätzen gebracht, ein uraltes Verfahren, das heute kaum ein Goldschmiedelehrling mehr lernt. Nicht einmal ein über 80jähriger Handwerkskollege konnte mir helfen: Das musst du selbst probieren. So habe ich es dann gemacht und vier Monate lang experimentiert und an der Radiernadel geübt. Es ist ein unglaublich filigranes Arbeiten unter der Kopflupe, eine winzige Unsicherheit kann einen ganzen Arbeitsschritt zunichte machen. Jedes der Häuser ist anders, selbst wenn es Fantasiefassaden sind – auch in der Serie bleibe ich beim Unikat. Es ist mir wichtig, dass meine Stücke detailliert ausgearbeitet sind. Ich gebe nichts an meine Kunden, das meinen Ansprüchen nicht entspricht. Die Menschen, für die ich arbeite,
sind es wert, dass sie gut durchdachte und künstlerisch gestaltete Stücke von mir bekommen. An einem Schmuckstück von Vera Bosdorf sollte man sich nie sattsehen, so möchte ich, dass es wahrgenommen wird. Ein Schmuckstück, das immer auch zu der Persönlichkeit seiner Trägerin / seines Trägers passt und sie / ihn als besonders auszeichnet.
CorpusArt – Vera Bosdorf – Unikate aus Gold, Silber, Perlen, Edelsteinen und ungewöhnlichen Werkstoffen